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Lars Zech / DE


Die in den Zellen über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte hinweg gespeicherte Energie durch ganz gezielte Schnitte freizusetzen, dieses Ziel verfolgt der 1971 in Böblingen geborene Künstler Lars Zech seit geraumer Zeit vornehmlich, wenn er als Bildhauer mit der Kettensäge und anderen Hilfsmitteln aus zumeist heimischen Laubbäumen seine „Moving Portraits“ - anonyme Büsten mit faszinierendem Ausdruck - oder aber „bowls“ - riesenhafte Schalen – herausarbeitet.
Die von Lars Zech bei seiner künstlerischen Arbeit verwendeten Stämme sind dabei mehr, als nur Medium zur Umsetzung der eigenen kreativen Ideen. Denn Lars Zech ist kein dem klassischen Wortsinn nach „Kunstschaffender“, sondern ein feinsinniger Sculpteur, dem es ein besonderes Anliegen ist, die Würde des von ihm eingesetzten Ausgangsmaterials zu bewahren. Auch zielt er stets darauf, dessen Lebensspuren nicht zu vernichten, sondern diese so in die Skulpturen zu integrieren, dass die von ihm stets aus nur einem Stammstück geschaffenen Objekte eine einmalige, nicht wiederholbare Form erhalten, geprägt von faszinierender Optik und handschmeichelnder Haptik.
Jede der von Lars Zech in aufwändiger Handarbeit geschaffenen Skulpturen ist für sich ein ganz besonderes Unikat, in dem sich jeweils zweierlei vereint: die große Ausdruckskraft und markante Formensprache des Künstlers sowie ein für die Ewigkeit bewahrtes Stück Natur. Denn auch wenn Lars Zech aus den oft über viele Jahrzehnte gewachsenen Stämmen individuelle Skulpturen schafft, die dessen unverkennbare Handschrift tragen, so werden die Hölzer von Zech zu keiner Zeit „gebeugt“ um sie in neue Formen zu zwingen. Vielmehr versteht es der Holzbildhauer hervorragend, aus den von der Natur geformten Stämmen Objekte zu kreieren, in denen sich nicht nur die Inspirationen des Künstlers abbilden, sondern die auch den innigen Dialog und die große Vertrautheit des Künstlers mit dem Material Holz offenbar werden lassen. Dies geschieht im Freiluftatelier des Künstlers am Rande des Nordschwarzwalds, aus dem auch die meisten der verwendeten Bäume stammen.
Der Künstler, dessen Werke seit Mitte der 90er Jahre Eingang in zahlreiche öffentliche und private Sammlungen in aller Welt gefunden haben, hat sich bei der „Befreiung“ der im Holz verborgenen Formen zu einem versierten Könner entwickelt, der genau weiß, welcher Schnitt in dem zumeist frisch verarbeiten Holz, welche Reaktion hervorruft.